Der Seidenfärber Bartolomeo de Franch und seine Zeit

Joe Frank

Vortrag gehalten anläßlich des 4. Frank-Treffens 2010 in Wien

Das Generalthema unseres heurigen Familientreffen lautet: Back to the roots – zurück zu den Wurzeln!

Ich möchten daher in meinem Vortrag den Begründer unserer Frank-Linie in Wien, Bartolomeo de Franch, wie er sich anfangs noch schrieb, besonders betrachten und einiges zu seiner Person, seinem beruflichen und politischen Umfeld und aus seinem Leben berichten. Leider habe ich von ihm noch kein Bild oder Fotografie gefunden und kann daher nur sein Kästchen im Stammbaum zeigen.

Bartolomäo de Franch, geboren am 22. Mai 1788 in Clotz, mein Ur- Ur-Ur-Großvater, der zehnte Nachkomme nach Stefano Franco, geboren 1495, wanderte 1809 / 1810 von Clotz im heutigen Südtirol nach Wien aus. Wie die Familiensage bekundet, hieß es dass Clotz die vielen Franks dort nicht mehr ernähren konnte. Man fristete sein Dasein vorwiegend vom Obst- und Weinbau. Wie jedoch mein Ahne Bartolomous zu seinem Beruf des Seidenfärbers kam war und ist mir bis heute nicht ganz klar, noch dazu wo seine Vorfahren, wie schon erwähnt, Wein- und Obstbauern also Bauern waren. Ich habe zur Vorbereitung dieses Vortrages in einem Fachbuch aus dem Jahr 1893 über die Geschichte der Seiden-Industrie Österreichs gestöbert und dabei sehr interessante Tatsachen festgestellt. Die Kaiser der Habsburg-Dynastie, wie: Kaiser Leopold I. (1658 – 1705), Kaiser Karl VI. (1711 – 1740, der Vater von Maria Theresia), Kaiserin Maria Theresia (1740 – 1780) und deren Sohn Kaiser Josef II. (1780 – 1790) unterstützten die Seiden-Industrie in Österreich durch großzügige Förderungen, da sie erkannten, dass die Produktion von Seidenstoffen im eigenen Land sehr wichtig war um einerseits von teuren Importen aus dem Ausland unabhängig zu sein und gleichzeitig Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen und lukriert Steuern. Noch dazu wo die Staatskassen permanent unter einer gähnenden Leere litten! Aber das hat sich offenbar bis heute nicht geändert! Kaiser Joseph II. (1780 – 1790) gab Vorschüsse, heute sagen wir Kredite, an Fabrikanten für die Anschaffung von Maschinen, holte Meister aus dem Ausland,  und bezahlte „Erziehungsbeiträge“ für Lehrlinge, berief Zeichner und Chineurs (Buntweber) ins Land, wodurch die Kunst der Seidenwarenherstellung immens gesteigert wurde. Die französische Seidenindustrie behielt zwar in Geschmack und Leichtigkeit ihre Vorrangstellung, jedoch die soliden, schweren, broschierten, fassonierten und reichen Erzeugnisse von Wien behaupteten den Vorzug vor den französischen. Im Jahr 1797 (Bartolomäus Franch lebte bereits in Clotz) erlebte Wien einen großer Aufschwung, man errichtete viele Fabriken, die leichte glatte Waren erzeugten. Von 1797 – 1801 steigerten sich die Niederösterreichischen und besonders die Wiener Fabriken so weit, dass 8000  Webstühle mit großem Gewinn betrieben werden konnten (daher stammt auch das Lied: Mein Vater is a Hausherr und a Seidenfabikant). Noch im Jahr 1813 befanden sich in Wien 600 Seidenwarenfabrikanten, die über 6000 Gesellen, 800 – 900 Lehrlinge und 7000 – 8000 Arbeiterinnen beschäftigten; „denn zur Hebung der Seidenwarenweberei wurde gegen großen Widerstand bereits im Jahr 1770 erlaubt, dass glatte und fassonierte Seidenwaren auch durch „Weibspersonen“ auf dem Webstuhl erzeugt werden durften.“ Um auf meinen U-Ur-Urgroßvater Bartolomäus Frank und dessen Beruf des Seidenfärbers zurückzukommen muss ich noch kurz über die Seidenindustrie in Südtirol und Norditalien berichten: Seide ist ein Produkt der Seidenraupe, die auf Maulbeerbäumen ihre notwendige Nahrung findet, und sich in einem sog. Kokon zur Verpuppung einspinnt. Um einen Seidenfaden herzustellen spult man mehrere Seidenkokons in heißem Wasser ab und wickelt den so gewonnenen Seidenfaden auf Haspeln. Die Seidenindustrie, d.h. die Herstellung und Bearbeitung der Rohseide mittels maschineller Einrichtungen bestand seit langem in Österreich. Bereits im 15. Jh. existierte eine Seidenmanufaktur in Rovereto. 1540 stellte Girolamo Savioli in Verona das erste Seidenfilatorium auf, dem nach und nach andere folgten. Um eine vollkommene Abhaspelung der Seidenkokons und Seidenpartien von  möglichster Gleichförmigkeit und Reinheit zu erreichen benötigte man jedoch eine größere Anzahl von Öfen-Apparaten in einem Unternehmen. Bereits im Jahr 1770 errichteten die Brüder Bozzoni in Varone eine kleine Filanda mit hydraulischem Motor, die 6 Bassins enthielt und die bis zum Jahr 1800 auf 24 Bassins ausgebaut wurde. Daneben gab es noch weitere Betriebe in der Region, die Seidenfäden produzierten. Wir sehen somit, dass in der Heimatunseres Vorfahren Bartholomäus Frank die Erzeugung und weitere Verarbeitung wie Färben, Ausrüsten etc. von Seidenwaren bereits große Bedeutung hatte, wahrscheinlich hat Bartolomäus aus diesem Grund den Beruf des Seidenfärbers erlernt, da er sah, dass mit der Landwirtschaft in seiner Heimat kein großer Verdienst zu machen war. Bartolomäus Franch, geb. 22. Mai 1788,  war also bürgerlicher Seidenfärber, er wanderte zwischen 1808 und 1810 ca. 20/22-jährig von Cloz im Trentinoals Seidenfärbergeselle nach Wien aus und brachte es durch Können, Fleiss und Umsicht zu einem für damalige Zeiten ganz ansehnlichen Vermögen. Er besass schließlich das Haus Nr. 92in der ehemals Unteren Annagasse in Gumpendorf, heute heißt diese Mollardgasse und befindet sich im sechsten Wiener Bezirk, Mariahilf. Seine Frau,  eine Wienerin, geb. Heinz, stand ihm würdig zur Seite und gebar ihm 23 Kinder,  wovon mein Ur-Urgroßvater Andreas Frank (*1818), der Zweitgeborene war, sein älterer Bruder ist vor dessen Geburt gestorben. Seine Frau Theresia Frank, die „Bohrgroßmutter“ erzählt vom Frank-Stammhaus in der Mollardgasse, wo sie als junge Frau bürgerlich gut gelebt hatte, vom alten Hausrat, den schönen Himmelbetten mit den Leintüchern mit Spitzen u.v.a.m. – Bartolomäus Frank führte also ein gehobenes bürgerliches Leben und war ein sehr angesehener Wiener Bürger. In unserer Familienchronik steht geschrieben: Die Familie Bartholomäus Frank war wegen ihres Biedersinnes und mustergültigen Lebenswandels  am ganzen Grund geachtet und beliebt. Da fällt mir eine Begebenheit ein, die ebenfalls Theresia Frank aufgeschrieben hat: Einmal brach im Stammhaus des Bartolomäus Frank in der Unteren Annagasse 92 ein Brand aus. Der Kaiser weilte in der Nähe und besuchte die Familien der Geschädigten. Es war gegen Mittag und der Tisch war soeben gedeckt, es sollen 23 Gedecke gewesen sein. Da sagte der Kaiser: „Gewiss sind Sie gewohnt mit Ihrem Gesinde zu speisen, Herr Frank“. – „Nein Majestät“, war die Antwort, „hier sitzen nur wir, ich, meine Frau und unsere Kinder“. – „Nun, wo für so viele Kinder zu essen ist, kann auch der Kaiser mitessen“, sagte dieser. Und so kam es, dass in unserer Familie ein Kaiser zu Gaste weilte. Das Besteck mit dem der Kaiser gegessen hatte wurde noch lange in der Familie aufbewahrt – vielleicht bis heute? In den liebevollen Aufzeichnungen meiner Vorfahren, die ich gesammelt habe, befinden sich viele derartige Begebenheiten und Berichte aus unserer Familie, die es wert sind erzählt und weitergegeben zu werden. Ich werde auch in unserer Homepage unter der Roubrike „Anekdoten“ diese für uns alle zugänglich machen. Wie sich die Familie nach Bartolomäus Frank  in den folgenden Generationen bis heute weiterentwickelte sehen wir aus dem nächsten  Bild!Eine beachtliche Vermehrung! Bartholomäus Frank muss ein faszinierender und selbstbewusster Mann gewesen sein, der den Mut hatte auszuwandern um sein Glück in der Fremde zu versuchen. Er war  in seinem wiener Wohnviertel auch so etwas wie ein Vertrauensmann, dies erklärt sich auch aus dem vorher geschilderten Lebenswandel. Und diese Haltung und Einstellung wurde in unserer Familie weitergegeben, sie lebte mir mein Vater vor und auch ich habe diese an meine beiden Kinder weitergegeben. Ein aufrechter, anständiger und ehrlicher Lebenwandel zeichnet unsere gesamte Familie durch all die Jahrhunderte hindurch aus und hat sich noch allemahl als richtig herausgestellt! Ich danke für Eure Aufmerksamkeit. Il tema generale di questo nostro incontro di oggi è: Back to the roots – ritorno alle radici! Così vorrei parlare in questa relazione del fondatore della mia linea Frank a Vienna, di Bartolomeo de Franch, come lui usava firmare all’inizio. Dirò della sua persona, del suo lavoro e del suo orientamento politico, e racconterò fatti della sua vita. Purtroppo non ho ancora trovato una sua foto o un suo ritratto e posso mettere per adesso solo il suo riquadro dell’albero genealogico. Il tintore di stoffe Bartolomeo de Franch e il suo tempo Joe Frank, Tulln Bartolomeo de Franch, nato il 22 Maggio 1788 a Cloz, il mio bis-bis-bis-nonno, decimo discendente di Stefano Franco, nato all’incirca nel 1495, si trasferì nel 1809-1810 da Cloz, nell’odierno Trentino fino a Vienna. Come dicono i racconti di famiglia, a Cloz non c’era abbastanza da mangiare per tutti i Frank che ci vivevano. Si tirava a campare prevalentemente con la coltivazione di frutti e col vino. Come fu che il mio antenato Bartolomeo arrivò al suo lavoro di tintore di stoffe non mi è ancora chiaro a tutt’oggi, avendo detto precedentemente che i suoi predecessori erano vignaioli e frutticoli. Per prepararmi a questa relazione mi sono documentato su un libro tecnico del 1893 che tratta della storia dell’industria tessile Austriaca, e vi ho trovato molte cose interessanti. Gli imperatori della dinastia Asburgica, come l’imperatore Leopold I (1658 – 1705), l’imperatore Karl VI (1711 – 1740, il padre di Maria Teresa), l’imperatrice Maria Teresa (1740 – 1780) e suo figlio imperatore Josef II (1780 – 1790) sostennero l’industria tessile Austriaca con generosi contributi, visto che avevano compreso che la produzione tessile nel proprio territorio era molto importante e faceva risparmiare i costosi prezzi per l’importazione dall’estero. Oltre al fatto che la nazione diventava indipendente, si creavano posti di lavoro nel territorio e ci si poteva guadagnare sopra con le tasse, stante il fatto che le casse cittadine erano permanentemente sulla soglia della bancarotta. Evidentemente questo fatto non è cambiato in tutti questi anni! L’Imperatore Joseph II (1780 – 1790) diede degli anticipi, oggi diciamo crediti, ai fabbricanti di macchine tessili, portò dall’estero maestri tessitori, e finanziò lezioni di tessuto a coloro che volevano imparare il lavoro. Importò anche disegnatori e sarti, grazie ai quali l’industria tessile crebbe sempre di più. L’industria tessile francese riuscì a conquistare il primato nella leggerezza e nel buon gusto, ma la consistenza, lo spessore, il peso, la fattura e la ricchezza dei risultati Viennesi ottennero il primato sui francesi. Nell’anno 1797 (Bartolomeo Franch viveva ancora a Cloz) Vienna viveva un vero e proprio boom: si fondarono molte fabbriche, che creavano merce leggera e raffinata. Tra il 1797 e il 1801 si moltiplicarono le fabbriche nella regione della Bassa Austria (Niederösterreich) e specialmente quelle viennesi a tal punto che 8000 telai potevano essere messi in movimento con un gran profitto (da qui la canzone: Mein Vater is a Hausherr und a Seidenfabikant – mio padre è il padrone di casa e un fabbricante di seta). Ancora nell’anno 1813 si trovavano a Vienna 600 fabbriche tessili, che contavano 6000 artigiani, 800-900 apprendisti e 7000-8000 lavoratrici, alle quali fù concesso, dopo molte discussioni, già nel 1770 il permesso di creare tessuti al telaio. Prima di tornare al mio avo Bartolomeo Franch e al suo lavoro di tintore di stoffe devo però aggiungere qualche altra cosa sull’industria tessile dell’Alto Adige e del Nord Italia: La seta è un prodotto del baco da seta, che trova il suo nutrimento naturale negli alberi di gelso, da cui si svilupperà in bozzolo e successivamente in farfalla. Per creare la seta si gettano vari bozzoli di bachi da seta in acqua bollente e il filo che se ne ricava si arrotola in gomitoli di seta. L’industria della seta, da intendersi come la creazione e la lavorazione della seta con l’aiuto della forza meccanica, si impiantò in Austria molti anni fa. Già nel 16° secolo esisteva una manifattura di seta a Rovereto. Nel 1540 Girolamo Savioli impiantò a Verona il primo filatoio di seta, seguito poi da molti altri. Per ottenere una uniforme qualità e purezza della seta si usavano però una gran quantità di forni in uno stabilimento. Nel 1770 i fratelli Bozzoni impiantarono a Varone una piccola filanda con motore idraulico, contava 6 bacini che vennero portati a 24 nel 1800. Nella regione cominciavano ad espandersi diverse imprese che iniziavano a lavorare con la seta. Vediamo così che nelle terre native del nostro antenato Bartolomeo Franch, la creazione e la lavorazione di tinture, accessori ecc. erano diventate di grande importanza. Probabilmente Bartolomeo per questi motivi decise di diventare un tintore di seta, dato che aveva considerato che con la fatica di contadino nel suo paese non si guadagnava abbastanza. Bartolomeo Franch, nato il 22 Maggio 1788 era quindi definito a Vienna un bürgerlicher Seidenfärber. Si era trasferito tra il 1808 e il 1810, cioè ventenne, da Cloz come semplice artigiano nella grande città e, grazie alle sue capacità, impegno ed intelligenza, riuscì ad accumulare per quell’epoca una vera fortuna personale. Infine comprò la casa al numero 92 di Gumpendorf, in quella che un tempo era la Untere Annagasse, che oggigiorno si chiama Mollardgasse, sita nel sesto distretto: Mariahilfer. Sua moglie Theresia, viennese, cognome da signorina Heinz, lo appoggiò sempre e gli diede la bellezza di 23 figli, dei quali il mio bis-bis-nonno Andreas Frank (*1818) era il secondogenito. Il suo fratello più grande è morto prima della sua nascita. Sua moglie Theresia Frank, la “Bohrgroßmutter” (cognome da signorina Bohr), raccontando della dinastia Frank nella Mollardgasse, diceva che da giovane viveva bene, con mobilio antico, i bei letti a baldacchino con le tendine di lino trapuntate. Bartolomeo faceva quindi una bella e comoda vita, ed era una persona in vista in città. Nelle nostre cronache di familia leggiamo: La famiglia di Bartolomeo Frank era amata e stimata da tutta la città per la sua irreprensibilità e in virtù della buona condotta di vita. Mi viene in mente un avvenimento scritto da Theresia Frank: Una volta ci fu un incendio in casa di Bartolomeo Frank, nella Unteren Annagasse, al numero 92. L’imperatore stazionava nei paraggi e si preoccupò di visitare le famiglie colpite dall’incendio. Era circa mezzogiorno, il tavolo era apparecchiato, dovevano esserci 23 coperti.  Disse l’Imperatore: “Certamente sarete abituati a mangiare con la vostra servitù signor Frank”. “No vostra Maestà”, fù la risposta, “qui mangiamo solo noi, mia moglie, io e i nostri figli”. “Dunque, dove c’e da mangiare per così tanti figli ci sarà da mangiare anche per un Imperatore” disse. Così accadde che la nostra famiglia ebbe l’onore di avere l’Imperatore come ospite a Pranzo. Le posate che furono usate in quell’occasione vennero tenute gelosamente custodite, magari fino ad oggi? In queste amorevoli annotazioni dei miei avi che ho collezionato, si possono trovare molte dettagliate circostanze e racconti della nostra famiglia, che meritano di essere raccontate e tramandate. Metterò anche nella nostra Homepage, sotto la rubrica “Aneddoti” alcuni di questi scritti. Come la famiglia dopo Bartolomeo Frank si sia evoluta fino a questo punto lo vediamo da questa immagine! Una notevole crescita! Bartolomeo Frank doveva essere un uomo fantastico e sicuro di se stesso, che ha avuto il coraggio di andarsene da casa per trovare la sua fortuna in territorio straniero. Era anche nel suo quartiere una specie di rappresentante, un portavoce, scopriamo anche dalla sua sopracitata condotta di vita. E questo stile di vita è stato tramandato nella nostra famiglia. Me lo passò mio padre e anche io l’ho tramandato ai miei due figli. Un onesto, educato e sincero stile di vita caratterizza la nostra intera famiglia durante questi secoli e si è mantenuto inalterato fino ad oggi. Mi pare che si sia rivelato sempre il comportamento giusto! Vi ringrazio per la vostra attenzione.

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